Über 200.000 Menschen erreicht: Warum Sichtbarkeit Leben verändern kann
Bild: ORF- ZIB13
Wir sind überwältigt: Unser ORF-Beitrag hat auf TikTok mittlerweile mehr als 200.000 Menschen erreicht, auf Instagram waren es rund 12.000 Personen. Dafür möchten wir von Herzen Danke sagen.
Eigentlich begann alles mit einem ganz normalen Montag. Zumindest dachte ich das am Morgen noch. Statt im typischen "Monday Mood" zu sein, war ich wie so oft damit beschäftigt zu schauen, ob neue Fallmeldungen eingegangen sind und welche Anliegen unsere Klient:innen aktuell beschäftigen.
Dann kam plötzlich ein Anruf. Aufgrund eines APA-Interviews hatte der ORF angefragt, ob ich kurzfristig für einen Beitrag der ZIB 13 zur Verfügung stehen könnte. Meine erste Reaktion war ehrlich gesagt: Nein. Nicht, weil ich nicht über das Thema sprechen wollte, sondern weil ich an diesem Montag alles andere als fernsehtauglich angezogen war.
Also stellte ich meine Bedingung: Bitte nur von der Hüfte aufwärts filmen. Zum Glück hatte ich zumindest eine schöne Bluse an.
Trotz aller spontanen Gedanken war schnell klar, dass ich die Anfrage annehmen musste. Die Möglichkeit, mehr betroffene Personen zu erreichen und auf diese Form von Gewalt aufmerksam zu machen, war einfach zu wichtig. Also machten sich meine Bluse, meine Notizen und ich auf den Weg zum ORF.
Auf der Rückfahrt dachte ich noch darüber nach, wie viel es eigentlich noch zu erzählen gäbe. Vielleicht, so dachte ich scherzhaft, müsste ich irgendwann zu einer Talkshow eingeladen werden, um all die Geschichten, Herausforderungen und Erfahrungen zu teilen. Denn ein kurzer Fernsehbeitrag kann immer nur einen kleinen Ausschnitt zeigen.
Was ich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht ahnte, war die enorme Reichweite, die die Beiträge auf Instagram und TikTok entwickeln würden.
Heute weiß ich es.
Besonders bedanken möchten wir uns bei allen Menschen, die kommentiert, geteilt und diskutiert haben. Manche zeigen großes Verständnis, andere berichten von eigenen Erfahrungen, fühlen sich bedroht oder sind selbst betroffen. Natürlich gibt es auch Menschen, die das Thema aus einem anderen Blickwinkel betrachten.
Unabhängig von unterschiedlichen Meinungen dürfen wir eines nicht vergessen: Wir sprechen hier über Gewalt.
Unsere Klient:innen zeigen oft beeindruckenden Mut. Ohne ihre Bereitschaft, ihre Geschichten zu teilen und Hilfe in Anspruch zu nehmen, wäre ein solcher Beitrag überhaupt nicht möglich gewesen. Es geht um die Würde von Menschen. Und jeder Mensch verdient ein Leben in Würde, Sicherheit und Anerkennung.
Gleichzeitig möchten wir einen wichtigen Punkt klarstellen: Wir unterstützen betroffene Personen aus der ganzen Welt. Aktuell erreichen uns Anfragen aus verschiedenen Regionen der Russischen Föderation, die im Beitrag vereinfacht als „Russland“ bezeichnet wurden. Aus unserer Sicht ist es wenig hilfreich, diese Form von Gewalt auf einzelne Regionen, Länder oder Bevölkerungsgruppen zu beschränken.
Ein Mensch ist ein Mensch.
Und genau das ist in unserer professionellen Arbeit das einzige Kriterium, das zählt. Gewalt kennt keine Nationalität, keine Herkunft und keine Grenzen. Ebenso sollte Unterstützung keine Grenzen kennen.
Die große Resonanz auf den Beitrag zeigt uns vor allem eines: Das Thema bewegt viele Menschen. Wenn dadurch auch nur eine betroffene Person den Mut findet, Unterstützung zu suchen oder sich Hilfe zu holen, hat sich dieser ungewöhnliche Montag bereits gelohnt.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit, Ihre Solidarität und Ihre Unterstützung.
Abschließend möchten wir noch auf etwas hinweisen, das unsere Arbeit ganz konkret ermöglicht:
Wir freuen uns sehr über Ihre Unterstützung im Rahmen unserer Crowdfunding-Kampagne „Eine Chance auf Freiheit: Rückholung verschleppter Personen aus dem Ausland“.
Jede Spende hilft dabei, betroffenen Menschen ein Leben in Würde, Sicherheit und Selbstbestimmung zu ermöglichen. Hinter jeder Unterstützung steht die Chance, eine Person aus einer Gewalt- und Zwangssituation zurück in die Freiheit zu begleiten.
Jede Spende unterstützt ein Leben in Würde.
👉 Hier geht's zur Kampagne:
Vielen Dank für Ihre Solidarität, Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung. Gemeinsam können wir Betroffenen eine Chance auf Freiheit geben.



